Brandenburger Tor

Zeugnis der Geschichte Berlins und Party-Hotspot

Es ist eines der markantesten Wahrzeichen und eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Berlin: Das Brandenburger Tor steht wie kein anderes Bauwerk der Hauptstadt für die gelungene Wiedervereinigung von Ost und West.

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Die Geschichte des Brandenburger Tors

Im Mittelalter war Berlin von einer Stadtmauer umgeben, die von insgesamt 18 Toren durchbrochen wurde. Diese erhielten ihre Namen in Anlehnung an die Städte bzw. Richtungen, die man über sie erreichen konnte.

Als König Friedrich Wilhelm II. dem Baumeister Carl Gotthard Langhans Ende des 19. Jahrhunderts den Auftrag gab, als würdigen Abschluss des Prachtboulevards Unter den Linden ein Triumphtor am Pariser Platz zu entwerfen, wurde dieses im Volksmund schnell unter dem Namen Brandenburger Tor bekannt.

Steht es doch an gleicher Stelle wie das Stadttor, durch das sich Reisende früher nach Brandenburg an der Havel aufmachten. Sein offizieller Name lautete ursprünglich jedoch Friedenstor. Dieses wurde zwischen 1788 und 1791 im Stil des deutschen Klassizismus errichtet.

Langhans’ Entwürfe orientierten sich an den Propyläen (Torbauten) der Akropolis von Athen. Besonders die jeweils sechs kannelierten dorischen Säulen auf jeder Seite erinnern stark an das griechische Vorbild.

1793 wurde der Sandsteinbau mit einer Quadriga aus Kupferblech gekrönt, deren Entwurf von dem Bildhauer Johann Gottfried Schadow stammte. Sie besteht aus einem Vierergespann, das den Wagen der Siegesgöttin Victoria zieht. Sie blickt nach Osten in Richtung Stadtmitte und bringt so sinnbildlich den Triumph über Preußens außenpolitische Widersacher nach Berlin.

Allerdings konnte auch die Siegesgöttin nicht verhindern, dass die Preußen 1806 in der Schlacht von Jena und Auerstedt von Napoleons Truppen vernichtend geschlagen wurden.

Am 27. Oktober 1806 zog der französische Kaiser durch das Brandenburger Tor nach Berlin ein. Nur wenige Monate später wurde die Quadriga in 12 Kisten verpackt nach Paris gebracht, wo sie im Musée Napoléon, heute als Louvre weltberühmt, neben anderer Kriegsbeute ausgestellt wurde.

1814, nachdem es den Preußen unter Feldmarschall Blücher gelungen war, das Berliner Wahrzeichen zurückzuerobern, konnte sie ihren angestammten Platz auf dem Brandenburger Tor wieder einnehmen.

Nunmehr ein Symbol für die Befreiung von der französischen Fremdherrschaft erlitt das Brandenburger Tor im Zweiten Weltkrieg schwere Beschädigungen. U.a. fiel die Quadriga bis auf einen Pferdekopf den Luftangriffen zum Opfer. Bis 1957 wurde diese wichtige Berliner Sehenswürdigkeit vollständig restauriert.

Nach dem Bau der Berliner Mauer stand das Brandenburger Tor zwar im Westteil von Berlin, war jedoch durch seine Lage im Sperrgebiet auch von dieser Seite nicht zugänglich. Am 22. Dezember 1989, gute sechs Wochen nach dem Mauerfall, wurde es offiziell wieder geöffnet. Mehr als 100.000 Menschen aus Ost und West wohnten diesem historischen Ereignis bei. Spätestens mit der ersten gemeinsamen Silvesterfeier am Brandenburger Tor wenige Tage später wurde es zum wichtigsten Wahrzeichen für das wiedervereinigte Berlin.

Veranstaltungen und Insidertipps rund um das Brandenburger Tor

Das wichtigste Event am Brandenburger Tor ist die jährliche Silvesterparty, die deutschlandweit größte Feier zum Jahreswechsel.

Bis zu 1Mio. Besucher aus aller Welt versammeln sich auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule, um mit Live-Auftritten bekannter Musiker und einem spektakulären Feuerwerk das neue Jahr zu begrüßen.

Falls Sie nicht selbst dabei sein können, gibt es im Fernsehen auch eine Live-Übertragung der Feierlichkeiten.

Dem Silvesterspektakel folgen zahlreiche Straßenfeste und Veranstaltungen wie der Berlin-Marathon Ende September, das Fest zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober oder das Festival of Lights, bei dem das geschichtsträchtige Bauwerk durch spektakuläre Lichtprojektionen illuminiert wird.

Fanmeile am Brandenburger Tor, Fußball-WM 2010. Copyright: visitberlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Alle zwei Jahre verwandelt sich das Brandenburger Tor anlässlich der EM bzw. WM in eine gigantische Fanmeile, auf der hunderttausende von Fußballfans die Tore der Nationalmannschaft bejubeln.

Der Eintritt ist kostenlos, sodass jeder an diesem unvergesslichen Gemeinschaftserlebnis teilhaben kann.

Tipp: Wenn Sie das Brandenburger Tor außerhalb solcher Großveranstaltungen (fast) ganz für sich allein haben möchten, empfiehlt sich ein Besuch am frühen Morgen.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Brandenburger Tors

In unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tors befinden sich der Reichstag, der ebenfalls zu Berlins berühmtesten Wahrzeichen zählt, sowie das Bundeskanzleramt.

Im Osten des Brandenburger Tors führt die Prachtstraße Unter den Linden zu weiteren bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Alexanderplatz mit Fernsehturm und Weltzeituhr, dem Berliner Dom oder der Museumsinsel.

In westlicher Richtung kommen Sie über die Straße des 17. Juni in den Stadtteil Tiergarten mit dem Zoologischen Garten und der Siegessäule.

Brandenburger Tor: Lage und Anfahrt

  • Adresse: Pariser Platz 5, 10117 Berlin Mitte
  • Anfahrt per S-Bahn: Linien S1, S2, S25, S26; Haltestelle S+U Brandenburger Tor
  • Anfahrt per Bus: Linie 100 bis zur Haltestelle S+U Brandenburger Tor; Linie 200 bzw. Nachtbus-Linie 2 bis Behrenstr./Wilhelmstr.

Gäste des AMBER ECONTEL in Charlottenburg erreichen das Brandenburger Tor am einfachsten über die Bushaltestelle Quedlinburger Str. Die Fahrt dauert gut 30min.

Weitere Anregungen für Ihren Aufenthalt in Berlin finden Sie auf unserer Seite » Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Berlin

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