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Burg Rabenstein

Die kleinste Burg Sachsens steht in Chemnitz

Unter Kennern wird Rabenstein als die kleinste mittelalterliche Burg Sachsens bezeichnet. Von der Ferne wirken der schlanke Palas und der Turm mit seiner geschwungenen Haube wie ein genau so geplantes Ensemble. Tatsächlich sind sie aber die Reste einer Burganlage, die sich im Laufe der Jahrhunderte allmählich verkleinerte.

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Geschichte der Burg Rabenstein

Die Wurzeln der Burg Rabenstein reichen vermutlich bis 1170 zurück. Damals diente die auf einem 15 m hohen Schieferfelsen errichtete Höhenburg als Stützpunkt bei der Erschließung der erzgebirgischen Landschaft.

1336 wurde Rabenstein erstmals urkundlich erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt wohnten die Herren von Waldenburg auf dem Burghügel, dessen 180 m lange Ringmauer damals ein Areal von 2.000 m² umfasste.

1375 erwarb das Benediktinerkloster Chemnitz die Burg und damit auch die Herrschaft Rabenstein. Das Kloster wurde in der Zwischenzeit stillgelegt, in seinen Mauern residiert heute das Schlossmuseum von Chemnitz.

1480 vernichtete ein Brand große Teile der Anlage. Trotz Wiederaufbau verkleinerte sich die Burg und verlor nach Auflösung des Klosters ihre Bedeutung. Der Verfall der Mauern begann.

1619 wechselten die Reste der Burg in den Besitz der Familie Carlowitz. Im Rahmen von Restaurierungsarbeiten erhielt der Turm seine barocke Haube, und im Rittersaal sorgten frische Wandmalereien für eine wohnliche Atmosphäre.

1645 wurde hier Hans Carl von Carlowitz geboren. Der Oberberghauptmann des Erzgebirges war einer der Ersten, der den Begriff Nachhaltigkeit beschrieb. Er verwendete ihn 1713 in seinem Werk „Sylvicultura Oeconomica“.

1774 kaufte Johann Georg von Siegert die Burg und errichtete bald darauf in unmittelbarer Nähe ein Herrenhaus. Dieses ist noch erhalten und wird heute umgangssprachlich als Schloss Rabenstein bezeichnet.

1783 erbte seine Tochter Rahel Amalie das ganze Areal, das bald darauf von ihrem Mann durch einen Park im englischen Stil verschönert wurde. Zu diesem Zweck wurden weitere Teile abgebrochen.

Weitere Besitzer kamen und gingen, das Aussehen der Burg veränderte sich aber nicht mehr entscheidend. Heute ist die Burg Rabenstein eine Außenstelle des Schlossbergmuseums Chemnitz.

Was Sie auf der Burg sehen können

Die Burg besteht heute aus dem ehemaligen Palas und einem angeschlossenen Rundturm. Im unteren Teil des Gebäudes sind Grabungsfunde und mittelalterliche Waffen ausgestellt.

Der Rittersaal im Obergeschoss des Bauwerks zeigt Wandmalereien des 17.Jh. Von den Fenstern des Turms blicken Sie auf den Rabensteiner Eisenbahnviadukt.

Tipp: Der Eisenbahnviadukt bietet eine gute Sicht auf die Burg und ist deshalb für Fotografen interessant. Einst trug das Bauwerk die Schienen der Bahnstrecke Limbach-Wüstenbrand. Heute führt ein Wanderweg darüber.

Regelmäßige Veranstaltungen: Alljährlich zu Ostern verwandeln sich Burg und Park in den Schauplatz eines mittelalterlichen Festes. Dann sorgen Gaukler und Spielleute für gute Stimmung. Händler bieten ihre Waren feil und Ritter zeigen ihre Fechtkünste. Ein fixer Veranstaltungsort ist die Burg zudem während der sächsischen Nacht der Schlösser.

Lage, Anfahrt und Öffnungszeiten

Adresse: Oberfrohnaer Straße 149, 09117 Chemnitz.

Öffnungszeiten: Während der warmen Jahreszeit ist die Burg immer von Dienstag bis Sonntag in der Zeit von 10:00-17:00 Uhr geöffnet. In den Monaten November bis April bleiben die Burgtore verschlossen.

Eintritt: 0,00 € für Kinder bis 6 Jahren / 0,60 € mit Ermäßigung / 1,20 € Vollpreis / 2,40 € Familienkarte

So kommen Sie zu Burg Rabenstein

Mit dem Auto: Vom AMBER Hotel Chemnitz Park beträgt die Fahrzeit mit dem Pkw zwischen 8min (via Autobahn) und 13min (via Nebenstraßen).

Mit dem Bus: Die nächstgelegenen Haltestellen des ÖPNV sind Riedstraße (Bus 32), Weigandstraße (Bus 42) und Thomas-Müntzer-Höhe (Bus 253). Die Fahrzeit vom Hotel beträgt je nach gewählter Route und Tageszeit zwischen 45min und 1h15min.

Weitere Anregungen für Ihren Aufenthalt in Chemnitz finden Sie auf unserer Seite » Die schönsten Ausflugsziele rundum Chemnitz

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